down †o †he devil


Seele in Not
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Niemals vergessen
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:: Rette mich wer kann
:: Heute ist mein Tag
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:: Egoismus

Still I'm numb and drunk of your kiss
Still I'm down and hurt to the core
Still there're things in you I will miss
But they're not worth suffering for
No... they're not worth suffering for

As I speak these words, you slide away, far away
I won't lose all my hope just for you... just for you






unsettled soul(s)


Ich wache auf vom Geräusch des Schlüssels im Schloss. Verschlafen wandert mein Blick auf den Türgriff. Langsam senkt er sich. Ein vorsichtiger Strahl der Morgensonne spiegelt sich für einen Moment im polierten Stahl des Griffes. Mit einem leisen Knarren öffnet sich die Tür. Ich setze mich auf und reibe mir den Schlaf aus den Augen. In der Tür stehen zwei Wärter. Eine beklemmende Ahnung drängt sich in mein Bewusstsein. Heute ist mein Tag.

"Heute ist dein Tag." Die Stimme des kleinen, stämmigen Wärters klingt metallen. Der polierte Stahl des Türgriffs blitzt für einen kurzen Moment auf. Nur in meinem Kopf. Eine dunkle Wolke hat sich vor die Sonne geschoben. Ihr Schatten dringt durch das vergitterte Fenster und liegt wie eine schwere Last auf mir. Den anderen Wärter kenne ich. Es ist John, der mir immer das Essen bringt. In seiner tiefen, väterlichen Stimme klingt ein scharfes Pfeifen. Leise. Fast unmerklich. Es bohrt sich durch die Ohren ins Gehirn. Im Zentrum scheint es eine Explosion auszulösen. "Zieh dir die Schuhe an! Geh aufs Klo, wenn du musst." Ich gehorche. Es fällt mir schwer, die Schuhe zu schnüren. Meine Finger sind taub und geschwollen. Wie, wenn man aus dem Schnee kommt und seine Hände mit heißem Wasser abwäscht. Eigentlich muss ich nicht, doch vorsichtshalber gehe ich aufs Klo. Die weiße Schüssel ist kalt.

"So, jetzt komm." Johns Stimme klingt ungeduldig. Selbst das Pfeifen scheint kaum mehr warten zu können. Ich folge den beiden in den Gang. Der kleine Stämmige stellt sich hinter mich. "Joe, lass den Quatsch. Wo soll er den hin?" Joe und John. John und Joe. Heute morgen kann ich mich über nichts amüsieren.

Gemächlich gehen wir den Gang hinunter. Schreiten fast wie bei einer Prozession. Unter meinen Füßen weiße Fliesen. Weiße Fliesen an den Wänden. Dazwischen glänzende Stahltüren. Ich zähle die Türen. Alle drei Meter eine. Jetzt sind es fünf. Der Klang der Schritte, der sonst über den ganzen Gang hallt, wird geschluckt von einem unsichtbaren Teppich. In meinem Kopf. Zehn Türen. Mit denen auf der anderen Seite zwanzig. Ich zähle nur die Türen auf der rechten Seite. Fünfzehn. Schweigend gehen wir weiter. In meinem Innern beginnt etwas zu kochen. Etwas will raus. Zwanzig. Der Gang macht einen leichten Knick. Es brodelt. Aus meinem Magen kriecht es höher. Fünfundzwanzig. Am Ende des Ganges eine rote Tür. Auf der rechten Seite. Gegenüber, auf der linken, eine grüne Tür. Es kriecht hoch in meinen Kopf. Es windet sich. Es will raus. Warum? Ich beiße mir auf die Zunge. Es will raus. "Warum tut ihr das? Wie könnt ihr das tun?" John und Joe drehen sich zu mir um. Beide zucken mit den Schultern. Joe sagt: "Heute ist dein Tag." Ich schlucke. Es brennt in mir. Wir gehen weiter. Die rote Tür ist Tür Nummer zweiunddreißig. John greift nach seinem Schlüssel. Das Klimpern tut weh. Er geht auf die grüne Tür zu und schließt sie auf.

weiter...


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